Video über IP erreichbar

DSL-Anschlüsse haben einen für die Fernüberwachung entscheidenden Nachteil duch täglich wechselnde IP-Adressen. Erst ein dynamischer Namensserver sorgt dafür, dass Sie Ihre Videoanlage zuverlässig über das Internet erreichen können. Bei den meisten günstigen DSL-Anschlüssen ändert sich die IP-Adresse spätestens alle 24 Stunden. Denn die Internet-Provider trennen die Verbindung automatisch einmal täglich und vergeben bei der Wiedereinwahl eine neue Adresse. Feste IP-Adressen gibt es meist nur gegen Aufpreis. Für einen Zugriff von außen, etwa um die Bilder einer Netzwerkkamera oder eines Rekorders zu betrachten, sind das schlechte Voraussetzungen. Hierfür müsste zunächst immer die aktuelle IP-Adresse herausgefunden werden.

Was ist DynDNS?

Dieses Vorgehen ist in der Praxis zu umständlich und führt dazu, dass die momentan gültige Adresse meist nicht zur Hand ist. Zur Vereinfachung wurde der Internetdienst DynDNS (auch DDNS) entwickelt. Das Kürzel DynDNS steht für "dynamisches Domain-Name-System". Hier wird eine sich stetig ändernde IP-Adresse durch einen festen Domainnamen ersetzt. Über diesen erreicht der Nutzer einen bestimmten DSL-Anschluss – genauer einen PC oder ein Gerät dahinter – jederzeit und unabhängig davon, wie oft sich dessen IP-Adresse ändert. Der Nutzer kann auf ein Überwachungssystem damit genauso einfach zugreifen, wie auf jede Internetseite.

DynDNS einrichten

Voraussetzung für die Nutzung dieses Dienstes ist die korrekte Einrichtung der Hardware und die Anmeldung bei einem DynDNS-Anbieter. Wir haben einen eigenen DynDNS-Server eingerichtet, auf den unsere Kunden zugreifen können. Das Vorgehen beim Einrichten der Hardware ist je nach Hersteller und verwendetem Router etwas unterschiedlich. Es empfiehlt sich also, das Handbuch griffbereit zu haben – schon allein um abzuklären, ob der Router überhaupt DynDNS unterstützt. Bei einigen Modellen muss man die Funktion zunächst aktivieren und anschließend die Daten des DynDNS-Anbieters eintragen. Sobald der Dienst konfiguriert ist, sendet der Router in regelmäßigen, kurzen Abständen immer wieder seine aktuelle Adresse an den DynDNS-Server. Dieser verknüpft sie mit der eingestellten Domain. Bei jedem Aufruf des Domainnamens gibt der DynDNSDienst dann die aktuelle IP-Adresse automatisch an den Nutzer weiter, von dem die Anfrage kommt.

Port Weiterleitung

Die zweite wichtige Voraussetzung für den Zugriff von außen ist die Port-Weiterleitung auf einen Rechner (hier Kamera oder Rekorder) im lokalen Netz. Von der Internetseite her betrachtet besitzt ein Netzwerk nur eine einzige IP-Adresse, nämlich die des Routers. Dahinter angeschlossene Computer und Geräte sind von außen unsichtbar. Damit ein Zugriff auf sie trotzdem möglich ist, muss ein bestimmter Port auf die IPAdresse der Kamera oder des Rekorders weitergeleitet werden. Anfragen über weitergeleitete Ports gibt der Router dann direkt an das entsprechende Gerät weiter. Zurückkommende Antworten übermittelt er an den Sender der Anfrage. Einzelheiten zum "Port-Forwarding" und wo die Einstellung im Menü des Routers vorzunehmen ist, finden Sie ebenfalls im Handbuch Ihres Routers.

Grundlagen Videokompression (Verfahren)

Es gibt eine Vielzahl an Video-Kompressions-Formaten: H.264 oder MPEG-4/AVC, MPEG-4 nach ISO/IEC-14496, MPEG-2, JPEG200, JPEG, M-JPEG und weitere. Hier erklären wir Ihnen, was diese Kürzel genau bedeuten und welche Vorteile sie in bestimmten Anwendungsbereichen bieten.



H.264 oder MPEG-4/AVC, wie es nach ISO/IEC genannt wird, ist ein relativ neues hocheffi zientes Videoformat. Es wird als Weiterentwicklung von MPEG-4 betrachtet und zeichnet sich durch eine vielseitige Einsetzbarkeit von geringen Bandbreiten bis hin zu HDTV aus. Die Effi zienz der Codierung ist bei vergleichbarer Qualität etwa dreifach höher als bei MPEG-2. Aber auch der Rechenaufwand ist um den Faktor zwei bis drei größer.


MPEG-4 ist ein MPEG-Standard nach ISO/IEC-14496, der anfangs für Systeme mit schmalen Bandbreiten entwickelt wurde. Sein Einsatz sowohl für die Kompression von Spielfi lmen als auch für die Übertragung über das Internet haben dagegen seine breitere Anwendbarkeit gezeigt. In der Videoüberwachung spielt MPEG-4 gerade im Bereich der Netzwerkkameras eine immer größere Rolle.


MPEG-2 wurde von der Moving Picture Experts Group (MPEG) im Standard ISO/IEC 13818 festgelegt. Es ist der Nachfolger des MPEG-1-Formats und kann Video und Audio enthalten. In erster Linie wird MPEG-2 für Videos auf DVDs und für das digitale Fernsehen DVB eingesetzt. Vorteil ist die hohe Qualität, nachteilig die relativ hohe Datenrate.


JPEG ist das älteste unter den komprimierten Bildformaten, fest geschrieben im Standard ISO/IEC IS 10918-1. JPEG diente als Ausgangsbasis für JPEG2000 und für die MPEG-Formate. Wird hauptsächlich für digitale Fotografien eingesetzt, in der Videoüberwachung auch als M-JPEG Videocodec. Vorteil ist die geringe Komplexität des Formats, Nachteile sind die hohe Datenmenge, schlechte Qualität bei starker Kompression und die Fehleranfälligkeit.